Zweitverwertung oder mehrfache Wertschöpfung?

E-Learning als strategische Option für non-fiction Content

In Zeiten schrumpfender Margen, abnehmender Zahlungsbereitschaft und kostenloser Konkurrenzangebote müssen sich viele Verlage auf die Suche nach neuen Erlösquellen begeben. Manche versuchen mit neuen Angeboten neue Zielgruppen zu erschließen (die klassischen Diversifikationen), andere setzen bei dem an, was sie erwiesenermaßen am besten können: Content erstellen, kuratieren und zur Verfügung stellen. Die Vielfalt der Print- und Digitalformate allein eröffnet zwar bisweilen neue Erlösquellen, aber nicht immer zusätzlichen Ertrag.

 

Wie aber kann man vorhandenen und relevanten Content seinen Zielgruppen noch mit einem Zusatznutzen anbieten? 

E-Learning kann in solchen Fällen eine interessante Option darstellen: gerade für Inhalte, die von den Endkunden regelmäßig oder auf Dauer benötigt werden, sind Lernangebote interessant.

Umfrage des MMB-Institut 2015: Welche dieser Anwendungen werden als Lernform für das betriebliche Lernen in Unternehmen für die E-Learning-Wirtschaft in den nächsten drei Jahren kommerziell erfolgreich sein und welche weniger? N=5865, Angaben in Prozent

 

Wie ist es um die Zahlungsbereitschaft Ihrer Zielgruppe bestellt?

Flexibilität, Individualisierbarkeit und gute Verfügbarkeit entsprechen der Lebens- und Arbeitswelt vieler Nutzer von nicht-fiktionalem Content. Für den Verlag stellt E-Learning mit vorhandenem Content nicht bloß eine weitere Verwertungsform dar: durch die didaktische Aufbereitung und Dienstleistungsoptionen rund um E-Learning findet eine zusätzliche Wertschöpfung statt, die mit einer entsprechend höheren Zahlungsbereitschaft einhergeht.

 

Mobile Apps stellen ein gängiges Produktformat dar, das weitgehend akzeptiert ist und Vertriebskanäle mit hoher Reichweite bietet. In den meisten Fällen lösen diese Digitalformate die Printtitel aber nicht ab, sondern ergänzen sie. Für den Medienübergang (besonders von Digital- in Printformate) stehen verschiedenen Technologien von QR-Codes über Bilderkennung bis hin zur Augmented Reality zur Verfügung.

 

E-Learning funktioniert also nicht nur alleinstehend, sondern lässt sich ideal mit anderen Medien und Dienstleistungen kombinieren – man spricht dann häufig von sog. Blended Learning. Blended Learning mit Dienstleistungsanteilen bietet neben einer höheren Zahlungsbereitschaft auch den Vorteil, dass Dienstleistungen nicht kopierbar und von daher grundsätzlich vor Piraterie geschützt sind. Die Frage, ob E-Learning für Ihren Verlag eine sinnvolle strategische Option ist, will wohl überlegt sein!

 

Die Akademie der Deutschen Medien bietet in dem eintägigen Seminar „E-Learning als Geschäftsmodell für Content-Anbieter – Strategien, Technologien und Erlösmodelle“ Orientierung und Kriterien für diese Entscheidung. Der Referent Prof. Dr. Okke Schlüter war früher selbst operativ und in Führungspositionen für die Entwicklung und Vermarktung von E-Learning und Blended Learning-Angeboten verantwortlich. Das Seminar bietet theoretische Grundlagen und den direkten Transfer auf einen existierenden Titel Ihres Verlages. Nächster Termin: 18.7.2017 in München

 

Über den Autor

Prof. Dr. Okke Schlüter
Professor im Verlagsstudiengang Mediapublishing, Hochschule der Medien Stuttgart
Nach Stippvisiten in den Unternehmensberatungen BCG und McKinsey ab 1998 im Traineeprogramm der Ernst Klett AG für Führungskräftenachwuchs. 2000 – 2008 verschiedene Führungspositionen in Unternehmen der Klett-Gruppe. Seit 2008 Professor für Medienkonvergenz im Studiengang Mediapublishing an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Weitere Arbeitsschwerpunkte: Crossmediale Produkte, Innovationsmanagement und digitale Geschäftsmodelle. Coach im Accelerator Contentshift der Börsenvereinsgruppe.

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