Andrea Tenorth über Workflow und Prozesse bei der crossmedialen Medienproduktion

Liebe Frau Tenorth, Medienunternehmen kommen auf Sie zu und suchen Beratung bezüglich der crossmedialen Medienproduktion. Um welche Herausforderungen geht es da konkret?

Die große Herausforderung bei der crossmedialen Medienproduktion ist die Synchronisation und Organisation von gleichen Inhalten für verschiedene „Medienträger“. Die Produktion im Printbereich ist inzwischen bei vielen Unternehmen standardisiert und optimiert auf die Printausgabe, der digitale Bereich ist in der Regel später dazu gekommen und muss „on-the-top“ mit bedient werden. Und zwar so, dass die Printproduktion auch noch funktioniert. Und da fängt es an, schwierig zu werden. Für die digitale Produktion hat man neue Kunden, neue Vertriebsmodelle, neue Anforderungen in der Vermarktung und braucht für all das andere Kompetenzen, um die Produktion reibungslos und effizient zu machen. Wird „einfach“ mit der Printmannschaft nun auch digital produziert, muss man Kompetenz aufbauen oder sich auf Dienstleister verlassen, stellt man digitale Spezialisten ein, muss man den Transfer zwischen alt und neu, print und digital gewährleisten und vernetzen. In beiden Fällen muss man aber eines machen: Transparenz schaffen über das, was zu tun ist, und d.h. für mich Prozesse beschreiben und Zuständigkeiten regeln, damit der Output termingerecht und in der entsprechenden Qualität zur Verfügung steht. Und vor allem: dass das nicht nur einmalig funktioniert, sondern auch skalierbar ist für die regelmäßige Produktion.

Viele Unternehmen produzieren jetzt schon einige Jahre auch digitale Produkte – warum ist „Crossmedial produzieren“ immer noch eine Herausforderung?

 

Weil Unternehmen Systeme sind, die über viele Jahre Unternehmenskulturen entwickelt haben, die nicht unbedingt zu den sich sehr dynamisch entwickelnden digitalen Möglichkeiten passen: stetig neue Features der Devices, neue Anbieter und Weiterlesen

‚Verlage brauchen standardisierte und deshalb zuverlässige Verfahren‘ – Interview mit Ursula Welsch und Helmut von Berg

Ursula Welsch

Ob als App, E-Book oder Datenbankzugang – Verlagscontent wird heute schneller, situationsbezogener und in unterschiedlichsten, den individuellen Kundenbedürfnissen entsprechenden Formaten nachgefragt. Verlage stehen damit vor der Herausforderung, neue und flexiblere Workflows zu definieren. Ursula Welsch und Helmut von Berg erklären im Interview mit der Akademie die Vorteile von Standard-Workflows in Verlagen. Zusammen gestalten sie vom 5. – 9. September ein Seminar zum Thema ‚Digitaler Workflow in der Verlagsherstellung‘.
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