Wir sind im Netz – und jetzt? Ein Kommentar von Jannis Moutafis

Lange haben sich Fachverlage damit Zeit gelassen, im Internet richtig Gas zu geben. Aus vielen guten, aber auch einigen schlechten Gründen. Die häufigsten:

  • Die Zielgruppe informiert sich nach wie vor am liebsten auf Papier.
  • Die jeweilige Branche hat mit Online-Marketing nichts am Hut.
  • Das Umsatzpotenzial von Online ist im Vergleich zu Print verschwindend klein.
  • Es gibt kein Geld für Investitionen in Online, weil das Geschäft schlecht läuft.
  • Es gibt zu wenig Know-how im eigenen Haus und qualifizierte Leute sind schwer zu finden, externe Dienstleister und Berater furchtbar teuer.

Vielleicht wird es langsam Zeit, rund um das Thema Internet ein Paar andere Fragen zu stellen: Weiterlesen

Dr. Vera Glas über die datenschutzrechtliche Lage bei der Nutzung von Facebook, Twitter & Co.

Dr. Vera Glas

Vor kurzem hat das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) in Schleswig-Holstein angekündigt, mit empfindlichen Strafen von bis zu 50.000 € gegen gewerbliche Datenschutzsünder vorzugehen, wenn deren Aktivitäten im Social Web nicht gesetzeskonform sind. Wie aber genau die gesetzliche Lage bezüglich der Nutzung von Facebook, Twitter und all der anderen Netzwerke ist, wie mit Kunden- und Mitarbeiterdaten in der elektronischen

 

Kommunikation zu verfahren ist und dergleichen mehr – darüber herrscht nicht zuletzt seitens der Gesetzgeber Unklarheit. Das Medium ist jung und Gesetzgebung gerade in Deutschland geprägt von Instanzverwirrung und Langwierigkeit. Dennoch tummeln sich immer mehr Unternehmen mit teilweise höchst unprofessionellen Auftritten im Web und das Thema Datenschutz ist in der unternehmensseitigen Aufmerksamkeit gesunken. Doch der Vorstoß Schleswig-Holsteins könnte Schule machen und das ist Grund genug, mal nachzufragen: Dr. Vera Glas, Rechtsanwältin bei Lausen Rechtsanwälte in München, hat uns einige Fragen zum Datenschutz beantwortet. Weiterlesen

Thomas Knüwer über den Nachholbedarf von Verlagen im Netz

Thomas Knüwer, Condé Nast

Thomas Knüwer, früherer „Handelsblatt“-Redakteur ist seit 2009 Unternehmensberater sowie Leiter der Entwicklungsredaktion bei Condé Nast. In einem Interview kritisiert er Entscheider in Verlagen dafür, sich zu wenig mit Entwicklungen in der Internet-Branche auseinanderzusetzen.

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Markus Orengo über wirksame Stragieentwicklung – Ein Interview

Markus Orengo ist Berater und Trainer bei Malik Management, sein Schwerpunkt sind die Strategieentwicklung und der Aufbau von Prozessen für wirksames Strategie-Controlling. Er hat den Malik Strategie-Ansatz unzählige Male in Seminaren gelehrt und ihn in Projekten zusammen mit Kunden aus verschiedenen Branchen in der Praxis umgesetzt.

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Fragen an Bernhard Kellner zum Thema „PR in Verlagen“

Bernhard Kellner

ADB: Herr Kellner, was ist Ihrer Meinung nach der größte Mythos, der über die PR-Arbeit in Verlagen kursiert?
Bernhard Kellner (BK): Dass PR-Arbeit für Verlage etwas völlig anderes ist als für andere Branchen. Sicher arbeiten wir mit und für das Kulturgut Buch bzw. Verlagscontent – wie es neudeutsch so schön heißt, aber eine strategische PR ist gerade bei kleineren Budgets wie in der Verlagsbranche umso wichtiger.

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Dr. Richard Hahn über Bildrechte, Model Release u. a.

Dr. Richard Hahn

Herr Dr. Hahn, Sie referieren am 12. März in der ADB zum Thema Bildrechte. Die Veranstaltung wird zum ersten Mal als Webinar abgehalten. Welche Vorteile sehen Sie in diesem neuen Format?

Dr. Richard Hahn: Das Format bietet den Teilnehmern die Möglichkeit kurzer konzentrierter Schulungseinheiten am Arbeitsplatz oder auch von zu Hause aus ohne lange Anreise, mit wenig Zeitverlust und mit geringen Kosten. Die Teilnehmer können sich über spezifische Themen informieren und so Wissenslücken füllen.

 

Und warum eignet sich das Thema Bildrechte besonders für ein Webinar?

Dr. Richard Hahn: Der Bereich der Bildrechte lässt sich zunächst einmal gut in eine urheberrechtliche und eine persönlichkeitsrechtliche Komponente aufteilen. Dann gibt es viele abgrenzbare Teilbereiche wie den Fotografenvertrag, Bildportale im Internet, Kunst & Architektur auf Fotos oder eben das Thema Model Release.

 

Was genau bedeutet Model Release?

Dr. Richard Hahn: Unter Model Release versteht man die Einwilligung eines Models, dass die Fotos veröffentlicht werden dürfen. Diese Einwilligung ist keine Selbstverständlichkeit. Das Model kann sehr genau festlegen, wie lange, in welchen Medien und zu welchen Zwecken das Foto verwendet werden darf. Die Frage nach dieser Einwilligung stellt sich dabei nicht nur bei professionellen Models, sondern bei jeder Person, die erkennbar auf einem Foto abgebildet ist: Teilnehmer einer Demonstration, Kinder auf dem Schulhof oder Prominente auf dem roten Teppich.

 

Warum sind Einwilligungserklärungen oft so knifflig?

Dr. Richard Hahn: Stellen Sie sich Fotos einer Benefiz-Veranstaltung vor: Gruppen von Menschen, die sich unterhalten oder die einem Redner lauschen. Manche sind mit ihren Kindern da, hier und da ein Prominenter, mal ein Interviewpartner oder einfach nur der Party-Service im Hintergrund. Von wem braucht man eine Einwilligung? Schriftlich? Was ist mit Minderjährigen? Wie organisiert man das in der Praxis? Darf man die Fotos für Werbung verwenden? Das kann schon knifflig sein.

 

Was sind die größten Fehler, die man gegenwärtig im Bereich Bildrechte machen kann?

Dr. Richard Hahn: Das Internet bietet den Fotografen als Anbietern wie auch den Bildredakteuren als Abnehmern ganz neue Möglichkeiten. In den unzähligen Portalen werden zum Teil qualitativ hochwertige Fotos zum Nulltarif angeboten, oft als „user generated“ oder „open content“. Die Versuchung ist groß, aber die Gefahren sind es auch. Man muss hier einen sehr genauen Blick auf den Anbieter und –  soweit vorhanden – dessen allgemeinen Geschäftsbedingungen werfen. Das ist mühsam und fällt dem ungeschulten Auge oft schwer.

 

Der Gesetzgeber hat in den letzten Jahren das Urheberrecht mehrfach reformiert. Welchen Einfluss hat das im Bereich Foto- und Bildrechte? Über welche Änderungen sollten Mitarbeiter von Verlags- und Medienunternehmen unbedingt Bescheid wissen?

Dr. Richard Hahn: Die Reformen haben Auswirkungen vor allem auf die Vertragsgestaltung mit Urhebern, also zum Beispiel mit Fotografen. Auch der Anspruch des Urhebers auf eine „angemessene Vergütung“ sollte den Praktikern bekannt sein. Schließlich ist es vor allem die Rechtsprechung, die immer wieder für Aufregung sorgt.

 

Viele Verlage produzieren Bücher, Zeitschriften o. ä., die bereits als Printformate erschienen sind, jetzt auch als E-Books. Was gilt es bei der Digitalisierung der in den Print-Produkten enthaltenen Abbildungen besonders zu beachten?

Dr. Richard Hahn: Man muss im Einzelfall prüfen, ob der Verlag das erforderliche Nutzungsrecht hierzu hat, nämlich das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung.  Rechtlich verbirgt sich dahinter auch der Themenkomplex der „unbekannten Nutzungsart“. Ein weites Feld.

Hier gelangen Sie zum WEBINAR ‚Bildrechte: Recht am eigenen Bild – Das Model Release‘.