Zweitverwertung oder mehrfache Wertschöpfung?

E-Learning als strategische Option für non-fiction Content

In Zeiten schrumpfender Margen, abnehmender Zahlungsbereitschaft und kostenloser Konkurrenzangebote müssen sich viele Verlage auf die Suche nach neuen Erlösquellen begeben. Manche versuchen mit neuen Angeboten neue Zielgruppen zu erschließen (die klassischen Diversifikationen), andere setzen bei dem an, was sie erwiesenermaßen am besten können: Content erstellen, kuratieren und zur Verfügung stellen. Die Vielfalt der Print- und Digitalformate allein eröffnet zwar bisweilen neue Erlösquellen, aber nicht immer zusätzlichen Ertrag.

 

Wie aber kann man vorhandenen und relevanten Content seinen Zielgruppen noch mit einem Zusatznutzen anbieten? 

E-Learning kann in solchen Fällen eine interessante Option darstellen: gerade für Inhalte, die von den Endkunden regelmäßig oder auf Dauer benötigt werden, sind Lernangebote interessant.

Umfrage des MMB-Institut 2015: Welche dieser Anwendungen werden als Lernform für das betriebliche Lernen in Unternehmen für die E-Learning-Wirtschaft in den nächsten drei Jahren kommerziell erfolgreich sein und welche weniger? N=5865, Angaben in Prozent

 

Wie ist es um die Zahlungsbereitschaft Ihrer Zielgruppe bestellt?

Flexibilität, Individualisierbarkeit und gute Verfügbarkeit entsprechen der Lebens- und Arbeitswelt vieler Nutzer von nicht-fiktionalem Content. Für den Verlag stellt E-Learning mit vorhandenem Content Weiterlesen

Welche Aufgaben kommen bei der Erstellung, Aufbereitung und Verbreitung im Fachbuch auf Verlage zu?

Interview mit Katja Splichal, Leitung Lernmanagement Systeme, Eugen Ulmer Verlag, anlässlich unserer 1. Exklusiv-Tagung Fachbuch: Fachbuch, E-Book, Online-Portal – Wie Fachverlage sich als Lösungsanbieter neu erfinden am 27. März 2014 im Literaturhaus München

Katja Splichal, Eugen Ulmer Verlag

Katja Splichal, Eugen Ulmer Verlag

Die E-Book-Konjunktur scheint am Fachbuch bisher ziemlich spurlos vorübergegangen zu sein. Täuscht der Eindruck?

Katja Splichal: Ich glaube, das ist nicht nur ein Eindruck. Die eBook-Konjunktur geht am Fachbuch tatsächlich vorüber – das hält aber längst nicht alle davon ab, digital Umsätze zu machen. Gerade im Fachbuch mussten, gewissermaßen erzwungen von institutionalisierten Märkten und nicht-linearen didaktischen Konzepten, schon vor zehn, 15 Jahren alternative Geschäftsmodelle entwickelt werden. Dennoch weichen bei vielen Verlagen die erwirtschafteten Umsätze von den Erwartungen ab – in die unliebsame Richtung. Das eBook zum Fachbuch macht in vielen Fällen zudem keinen großen Sinn, weil eine Konvertierung in Richtung html, also optimiert für mobile Endgeräte, oft schwer bis unmöglich ist. Da fällt viel Umsatzpotenzial weg oder müsste sehr risikoreich erschlossen werden.

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„Fach- und Special-Interest-Verlage haben ein echtes Pfund: Ihre Experten“ – Interview mit Britta Kroker zu E-Learning

Anlässlich unseres Zertifikatskurses „E-Learning-Projektmanager ADB“ haben wir mit einer der Fachreferentinnen, Britta Kroker (Pink University), ein Interview geführt:

 

1) Sie haben viele Jahre als Verlagsleiterin und Programmverantwortliche für den Campus Verlag gearbeitet. Was hat Sie dazu bewogen, die klassische Verlagsarbeit hinter sich zu lassen und die Pink University zu gründen?

Ich sehe die digitale Medienrevolution als eine große Chance, neue Märkte zu erschließen. Dafür brauchen wir Produkte, die für die digitalen Medien geschaffen sind und den Kunden einen echten Mehrwert bieten.  Mit den Videotrainings der Pink University können die Menschen jetzt das Wissen der besten Experten erfahren, und sie können die Experten gleichzeitig hören, sehen und damit umfassender erleben. Videos passen außerdem sehr gut in unsere schnelle und mobile Welt. Wir setzen auf kleine Lerneinheiten à 10 Minuten, auf flexibles Lernen – dann, wenn man es braucht, und auf die hohe Affinität der Menschen zu allem, was visuell ist. Weiterlesen

E-Learning: „Enormes Potenzial für Verlage“ – Interview mit Sünne Eichler

Die Relevanz und Verbreitung von E-Learning hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Warum das selbstbestimmte Lernen über E-Learning-Programme aus Unternehmen und Privathaushalten nicht mehr wegzudenken ist und wie Verlage sich diese Entwicklung zu Nutze machen können, erklärt Sünne Eichler im Interview.

 

Sünne EichlerImmer mehr Menschen recherchieren, kommunizieren, bestellen und kaufen im Internet. Geben Sie uns Ihre Einschätzung: Wird auch das Lernen in Zukunft zunehmend digital?

Das digitale Lernen ist schon jetzt aus Unternehmen und in Privathaushalten nicht mehr wegzudenken. Für viele ist das selbstbestimmte Lernen über ein E-Learning-Programm normaler Alltag. Allein die Verdoppelung der Nutzer mobiler Endgeräte von 2010 auf 2011 (gem. einer Studie des Bitkom-Verbandes) hat die Nachfrage nach mobilen Lernlösungen beflügelt.  Aber auch das „herkömmliche E-Learnen“ zuhause oder im Betrieb nimmt zu: Laut einer MMB-Studie lag der Umsatz der E-Learning-Branche 2007 bei 160 Mio., 2010 bereits bei 350 Mio. Euro. Weiterlesen

Fragen an Bernhard Buchner zum Thema Online-Recht für Verlage

Bernhard Buchner

Verlage, die neue Geschäftsfelder im Internet erschließen, begeben sie sich in der Regel auch auf rechtliches Neuland. Denn bei E-Learning-Produkten, Verlags-Datenbanken oder multimedialen Online-Publikationen greifen herkömmliche Urheberrechtsregelungen häufig zu kurz. Wer teure Abmahnungen oder Haftungsrisiken vermeiden will, muss sich mit dem geltenden Online-Recht vertraut machen. Bernhard Buchner über Online-Recht.

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