Interview zur 7. Mobile Publishing-Konferenz

Interview mit Rene Massatti, Head of Strategy, TrendOne

 

Massati,-Rene_2015Rene Massatti ist Referent der Mobile Publishing-Konferenz Mach’s mobil! Kundennahe Business-Strategien und Produktinnovationen für Medienhäuser am 24. Juni 2015 im Literaturhaus München. 

 

Wem trauen Sie mehr: Den Kollegen aus der Trendforschung, den Wettervorhersagen der Meteorologen oder Siri?

Das hängt von der Betrachtung des Worts trauen entweder im Sinne von verlassen, vertrauen oder zutrauen ab. Verlassen würde ich mich auf einen Wetterbericht grundsätzlich nie. Mein Vertrauen in die Trendforschung als Mittel zur Antizipation und Einschätzung relevanter Strömungen und Zukunftstechnologien habe ich dann, wenn sie strukturiert und kontextualisiert betrieben wird, was bei TRENDONE der Fall ist. Zuzutrauen ist es sogenannten Virtual Assistants wie Siri und predicitve Analytics Tools, dass sie unseren Alltag immer mehr beeinflussen werden und wir in spätestens 5 Jahren kaum mehr Informationen suchen werden, weil diese uns finden werden.

 

Wie schaffen es Medienhäuser und Verlage auf Trends zu achten und richtig einzuschätzen?

Das Thema technologische Früherkennung war früher höchstens für Industriebetriebe interessant. Mittlerweile ist dieser Bereich für alle Unternehmen relevant, da wir in einem Zeitalter des Umbruchs leben. Medienhäuser und Verlage sollten daher dem Thema ausreichend Zeit widmen, einen Kanal für den Input und die Bewertung durch neue Trends schaffen und auch gewährleisten, dass im Falle der Weiterverfolgung von Trends und der Umsetzung neuer Ideen nicht unnötig Zeit verloren wird. Der Minimum Viable Product bzw. Minimum Viable Brand Ansatz aus der Start-Up Szene kann hier ein Vorbild sein.

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Internet of Things, Wearable Tech, Smart Data – welche Trends werden das zukünftige Publizieren Ihrer Meinung nach am stärksten beeinflussen?

Die durch die Digitalisierung bedingte, am Kundennutzen orientierte Interpretation der gesammelten Daten wird für alle Branchen zum heiligen Gral. Die Konsumenten sehen sich einer Vielfalt an Möglichkeiten gegenübergestellt. Auch für das Publizieren der Zukunft bedeutet dies, dass Lösungen, die einen tatsächlichen Mehrwert für die Menschen bieten sich durchsetzen werden.

 

Google Glass hat sich gerade vom Markt verabschiedet… Activity Tracker, Smart Watches und intelligente Kopfhörer erleben einen neuen Hype: welches Device sollte die Publishing Branche ganz besonders im Auge behalten?

Google hat das Glass Projekt nur aus dem Explorer Programm genommen, was medial als Rückzug gewertet wurde. Ich würde aber weder dieses Projekt noch den Bereich Augmented Reality unterschätzen. Wie man an Hand der Übernahme von Metaio durch Apple im Mai sieht, besteht hier im Sillicon Valley eine eindeutige Wachstumsphantasie.

 

Wird denn alles Publizieren mobil?

Mobilität ist ein Megatrend. Wir werden bereits 2018 10 Mrd mobile Geräte im Einsatz haben, die Hälfte davon wird „smart“ sein. Das alte Schlagwort „Mobile first“ gibt es aus meiner Sicht nicht mehr, da permanente Mobilität zur Realität wird. Für den stark wachsenden Bereich der Wearables wird die Adaption des Contents eine entscheidende Rolle spielen, Stichwort „Micro-Content“.

 

Was ist Ihre Lieblings Mobil-Innovation?

Aktuell finde ich das Feature „instant Articles“ von Facebook spannend. Bei diesem bekommen Nutzer vollständige Artikel von Medienpartnern in ihrem Newsfeed zu lesen. Nutzer der Facebook-App können damit nicht nur lange Ladezeiten für Onlineartikel umgehen, sondern bekommen hier auch Audio- und Videoinhalte sowie interaktive Karten zur Verfügung gestellt. Die Medienunternehmen indes profitieren von einer größeren Reichweite und neuartigen Vermarktungsoptionen.

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