„Im Bereich der Anzeigen für mobile Endgeräte gibt es noch sehr viel Entwicklungsbedarf“ – Dr. Alfons Schräder im Interview

Fragen an Dr. Alfons Schräder, Referent auf der 5. Mobile-Publishing-Konferenz „Tablet Publishing, Cloud Reading und Augmented Reality – Kundennahe Business- und Produktkonzepte für Mobile Content” am 13. Mai 2013

 

 1) Herr Dr. Schräder, auf der Mobile-Publishing-Konferenz der Akademie sprechen Sie über Geschäftsmodelle für mobile Angebote. Wie sehen Abo-Modelle der Zukunft aus?

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Dr. Alfons Schräder

Es ist für die Zukunft eines hochwertigen Journalismus wichtig, dass wir auf die Bereitschaft der Leser setzen, für guten Content etwas zu bezahlen – so wie es sich in vielen Teilen des Printgeschäftes etabliert hat. Eine hundertprozentige Abhängigkeit von Werbeerlösen und eCommerce schadet auf Dauer dem Qualitätsjournalismus, da er die redaktionelle Unabhängigkeit gefährdet. Insofern setzen wir alles daran, zukünftig im digitalen und – noch spezieller – im mobilen Bereich auch Einnahmen von Lesern zu generieren. Erste Ansätze gibt es bereits mit kombinierten Abos (bei uns heißen sie Plusabos) der Printausgaben. Für einen kleinen Aufpreis bekommt der Leser neben der Printausgabe die Möglichkeit, die Magazine auf Apple- oder Android-Apps zu lesen. In Zukunft wird es sicher darüber hinaus rein digitale Abos von bereits etablierten Objekten als auch von neuen Objekten für Tablets und Smartphones geben.

 

2) Mobile Paywalls sind eine Möglichkeit, mit mobilen Angeboten Geld zu verdienen. In welcher Form finden sie sich im Produktportfolio bei Heise?

Bislang gibt es noch keine Paywalls bei den Heise Produkten. Ich gehe allerdings davon aus, dass wir für bestimmte Premiumbereiche in Zukunft solche Paywalls mit entsprechenden Aboformen einrichten werden. Wir haben allerdings nicht vor, das derzeitige Angebot mit einer Paywall abzuschotten.

 

3) Und die andere Seite – wie kann man zukünftig Anzeigenerlöse generieren? Wie sieht Ihrer Meinung nach die Anzeige oder auch das Anzeigenpaket der Zukunft aus?

Im Bereich der Anzeigen für mobile Endgeräte gibt es noch sehr viel Entwicklungsbedarf. Wir generieren zwar schon seit einigen Jahren einiges an Umsatz, dieser kann jedoch mit dem derzeitigen hohen Wachstum beim Traffic nicht mithalten. Derzeit verkaufen wir die üblichen Displayanzeigen für Smartphones, bieten Kombipakete als Verlängerung zu bestehenden Kampagnen oder auch sehr komplexe Lösungen an. Und wir bieten unseren Kunden an, mobile Landingpages und komplexere Webintegration umzusetzen. Oder sie bei der Realisierung ihrer Werbekampagnen für unsere speziellen Zielgruppen zu unterstützen. In der Zukunft wird es mehr und mehr maßgeschneiderte Lösung aus einer Hand geben, ähnlich wie wir das auch bei heise online anbieten.

 

Die Fragen stellte Judith Horsch

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