Projektmanagement – Eine Dienstleistung für gute Zusammenarbeit

Ein Interview mit Corinna Derra, Trainerin und Beraterin im Projektmanagement für Teams, Projektleiter und Führungskräfte

Frau Derra, der Begriff „Projektmanagement“ ist in aller Munde – was genau ist aus Ihrer Sicht überhaupt ein Projekt?

Corinna DerraEs gibt in der Tat das Phänomen, alles zum Projekt zu machen – „Projektitis“, wie wir das nennen. Und umgekehrt werden Vorhaben, die den Titel „Projekt“ wirklich verdienen, nicht als solches angegangen. Das liegt häufig am unreflektierten Umgang mit dem Wort „Projekt“, weshalb diese Klärung ganz am Anfang steht: Ist die Unternehmung ein Projekt oder kein Projekt? Die meisten Begriffsdefinitionen eint, dass es sich bei einem Projekt um ein einmaliges Vorhaben von begrenzter Dauer handelt. Wir wollen noch etwas hinzufügen: Ein Projekt ist ein soziales System. Menschen treffen in einem unbekannten Vorhaben aufeinander und es gilt, die Zusammenarbeit zu organisieren und das Vorgehen zu vereinbaren.


Und wodurch zeichnet sich gutes Projektmanagement aus?

Manchmal hadern wir mit dem Begriff Projektmanagement und fragen uns, ob wir nicht besser Projektführung dazu sagen sollten. Denn letzten Endes geht es doch darum, wie ich als Projektleitung alle Beteiligten möglichst geschickt durch mein Projekt führe, um gemeinsam zu einem guten Ergebnis zu kommen. Wobei das in unseren Linienorganisationen oftmals bedeutet, ohne hierarchische Weisungsbefugnis zu führen. Dafür braucht es Projektleiter, die (im positiven Sinne) Täter sind, Einfluss nehmen und versuchen einzuwirken. Für uns ist gutes Projektmanagement eine Dienstleistung für gute Zusammenarbeit.

 

Agil oder klassisch – welche Projektmanagement-Methode soll ich wählen?

Diese Frage wird uns immer wieder gestellt. Aber für uns gibt es kein nicht-agiles Projektmanagement. Wir sehen Projektmanagement in erster Linie als Hilfsmittel, das das Arbeiten in Projekten leichter machen soll. Sie können sich das wie eine handwerkliche Tätigkeit vorstellen: Da verwenden Sie Werkzeuge nur dann, wenn sie gebraucht werden. Genauso verwenden wir die Werkzeuge im Projektmanagement: nämlich wenn sie von Nutzen sind und das eigene Leben und das der Mitstreiter erleichtern. Das, was im Moment als „agil“ betitelt wird, fügt dieser Sammlung neue Werkzeuge hinzu oder eröffnet manchmal auch schlicht eine neue Perspektive auf ein bekanntes Instrument.

 

Wie lassen sich diese Werkzeuge und die Kompetenzen für gute Projektführung vermitteln? Nur in der Praxis? Bzw. was kann ein fünftägiges Seminar wie „Der Projektleiter“ leisten?

In der Tat nehmen die Teilnehmer am meisten mit, wenn sie selbst und im Austausch mit anderen direkt an konkreten Projekten arbeiten können. Gleichzeitig gibt es theoretische Grundlagen, die dabei helfen, das Arbeiten in Projekten leichter zu machen. Beides kombinieren wir im Zertifikatskurs. Die vermittelte Theorie wird in praktischen Übungen direkt am eigenen Projekt angewandt. Die Teilnehmer lernen Tools und Methoden kennen, damit sie ihre Projekte systematisch einrichten, planen und steuern können. Zudem widmen wir uns der Rolle der Projektleitung und der Frage, wie man auch ohne hierarchische Macht alle Beteiligten gut durch das Projekt führen kann. In den fünf Tagen erhalten die Teilnehmer so in kompakter Form das wesentliche Wissen für gelungenes Projektmanagement und können zugleich Praxiserfahrung sammeln. Aus dem Pool an Möglichkeiten nimmt am Ende jeder das Handwerkzeug mit, das in der eigenen Situation sinnvoll und von Nutzen ist.

Vielen Dank Frau Derra, für das Interview!


Das Seminar „Der Projektleiter – Ein Intensivkurs mit Zertifikat“ mit Corinna Derra findet vom 16.10.2017 bis zum 20.10.2017 in München statt.
 Weitere Informationen gibt es hier.

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