Der F-Faktor – „Freunde, Fans und Follower in den Kaufprozess integrieren“, Prof. Dr. Clemens Koob zu F-Commerce, Editorial Shopping & Co.

1.  Herr Prof. Koob, was versteht man unter Editorial Shopping und was hat es mit Corporate Publishing zu tun?

Beim “Editorial Shopping” geht es um die optimale Verknüpfung von “Content” und “Commerce”. Also um Corporate-Publishing-Lösungen, die den Vertrieb unterstützen, Kaufanreize schaffen und den Absatz erhöhen. Ein Beispiel sind Verbindungen zwischen Kundenzeitschriften und digitalen Medien, bei denen gedruckte Informationen so aufbereitet werden, dass sie den Leser zum Online-Einkauf in den Onlineshop des Unternehmens führen. Genauso zählen aber auch andere CP-Lösungen, die den Vertrieb unterstützen, dazu, z. B. wenn im Rahmen von redaktionellen Inhalten auf Kontakt- oder Bestellmöglichkeiten verwiesen wird. Editorial Shopping ist damit ein Thema sowohl für den B2C- als auch den B2B-Bereich.


2. Können Sie uns ein paar Beispiele für gelungenes Editorial Shopping nennen?

Ein Beispiel für gut umgesetztes Editorial Shopping ist das Mini Magazin. Das Magazin schafft eine verkaufsunterstützende Markenwelt. Der Leser wird durch redaktionelle Beiträge mit Bezug zu seiner persönlichen Lebenswelt emotional angesprochen und an die Vertriebskanäle des Unternehmens herangeführt. Das kann beispielsweise über Testfahrten, Verweise auf Händler oder Hinweise auf interessante Mini-Accessoires erfolgen.

Ein anderes schönes Beispiel ist das Kundenmagazin Laviva von Rewe. In jeder Ausgabe dieses Frauen-Lifestyle-Magazins gibt es beispielsweise Coupons, mit denen Konsumenten sparen können, wenn sie ausgewählte Lebensmittel, Haushaltswaren, Deko- und Einrichtungsartikel oder Technikprodukte kaufen. Einerseits bietet das Magazin den Lesern einen hohen Informations- und Unterhaltungswert, andererseits führt es sie durch die Coupons zum POS.

Interessant ist auch das Fashionblog Two-for-Fashion von Otto. Hier berichten zwei Modejournalistinnen täglich über Modetrends, Lifestyle und Leute aus der Modewelt. Otto bringt sich auf diese Weise bei Modeinteressierten ins Gespräch und schafft direkte Kaufmöglichkeiten, z. B. wenn die Bloggerinnen rechtzeitig vor Beginn des Münchner Oktoberfests davon berichten, wie sie auf einem Waldfest am Tegernsee die hauseigenen Dirndl Probe tragen – die man natürlich dann auch mit wenigen Klicks kaufen kann.


3. Welche Unternehmensmedien eignen sich konkret für Editorial Shopping und warum?

Die Beispiele deuten schon an, dass sich grundsätzlich Printmedien, Onlinemedien und mobile Medien für das Editorial Shopping eignen. Es können also Kundenmagazine, Webseiten, Apps, Newsletter, Videos oder auch soziale Medien hilfreich sein. Auch einzeln eingesetzte Medien können durchaus wirkungsvoll sein. Noch besser ist jedoch meistens der orchestrierte, abgestimmte Einsatz verschiedener Medien, z.B. ein Medienverbund aus Print-, Online- und mobilen Medien. Ein solcher Mediendreiklang bietet die vielfältigsten Möglichkeiten wenn es darum geht, Kaufanreize zu schaffen und den Absatz zu erhöhen.


4. Was bedeutet „F-Commerce“?

F-Commerce bezieht sich auf die optimale Verschmelzung von E-Commerce und sozialen Medien, insbesondere Facebook. Es geht um Social-Shopping-Funktionen und um den “F-Factor”, also darum Freunde, Fans und Follower in den Kaufprozess zu integrieren. Beim F-Commerce werden soziale Medien wie Facebook genutzt um Verkäufe zu fördern, auszulösen und Transaktionen abzuwickeln. F-Commerce kann man als Unternehmen nutzen um neue Kunden zu gewinnen, Kunden zu Wiederholungskäufen zu bewegen oder Weiterempfehlungen zu stimulieren. Das attraktive für die Kunden ist dabei, dass sie gemeinsam mit Freunden einkaufen, von diesen lernen und so letztlich bessere Einkaufsentscheidungen treffen können.

Prof. Dr. Clemens Koob ist Referent auf dem Intensivseminar „Content und Commerce: Editorial Shopping – Direktverkauf über CP“ am 28. Februar in München

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