„Auch auf Distanz lässt sich Nähe herstellen“

Christian Thiele, Experte und Coach für Führung und konstruktive Kommunikation, spricht im Interview über Führung virtueller Teams und sein Seminar „Führen auf Distanz“ (9.-10.11.2017 in München).

Welche Bedeutung hat das virtuelle Führen?

Die Globalisierung, die Digitalisierung, aber auch neue Modelle der Organisation von Arbeit (Telearbeit, Homeoffice) führen dazu, dass immer mehr Unternehmen von verschiedenen Standorten aus geführt werden. Und dass in immer mehr Teams rund um die Uhr gearbeitet wird – nur eben rund um den Globus statt Schreibtisch an Schreibtisch.

Nun gibt es etliche Studien, die einerseits belegen, dass bis zu zwei Drittel aller virtuellen Arbeitsgruppen nicht zur Zufriedenstellung ihrer Mitglieder, Führungskräfte und/oder Kunden arbeiten. Andererseits gibt es aber auch viele und harte Daten dazu, dass die – leider wenigen – Teams, die ihre virtuelle Zusammenarbeit erfolgreich organisieren, deutlich effektiver und effizienter sind als herkömmliche Formen der Zusammenarbeit. Ein Schlüsselfaktor dabei: gute virtuelle Führung!

 

Was ist beim guten virtuellen Führen wichtig?

Erstmal viele Dinge, die auch für das präsente Führen wichtig sind: Eine gute Führungskraft strahlt Zuversicht aus, vermittelt Klarheit, kann Konflikte früh sehen und klären helfen, setzt Mitarbeiter gemäß ihren Stärken und Fähigkeiten ein. Aber durch den fehlenden oder geringeren persönlichen Kontakt gehen häufig wichtige Untertöne in der Kommunikation verloren – auf Sender- und auf Empfängerseite. Das muss man kompensieren. Zum einen, indem man sich als Virtual Leader besonders über die eigenen Stärken, Bedürfnisse und Eigenheiten im Klaren ist. Zum anderen sollte man gute Antennen für seine Mitarbeiter in ihren Unterschiedlichkeiten haben, beziehungsweise entwickeln. Drittens müssen für ein dezentral oder gar komplett virtuell geführtes Team die Rollen und Verantwortlichkeiten ziemlich klar definiert sein. Und viertens sollten Sie natürlich über die Chancen und Grenzen unterschiedlicher  Kommunikationswege Bescheid wissen: Was kann ich per Chat, WhatsApp, Mail erledigen, wofür braucht es mindestens einen Video-Call, was geht am besten nur persönlich? Auch auf Distanz lässt sich Nähe herstellen – wenn man weiß, wie. Unter anderem darum geht es in dem Seminar.

 

Wer ist die Zielgruppe für das Seminar?

Um es flapsig zu definieren: Alle Arten von Projektleiterinnen, Bindestrichchefs, aber auch klassische Führungskräfte, die nicht alle ihre Mitarbeiter regelmäßig an der Kaffeemaschine oder in der Kantine treffen. Nach meiner Erfahrung müssen, dürfen, sollen viel mehr Menschen Führungsaufgaben erledigen, als sie das auf den ersten Blick von sich glauben – also auch, wenn sie formell gar nichts Chefiges auf ihrer Visitenkarte oder in ihrer Mail-Signatur stehen haben.

 

Das Seminar „Führen auf Distanz – Dezentrale Teams professionell und effizient leiten“ mit Christian Thiele findet vom 9. bis zum 10.11.2017 in München statt. Weitere Informationen gibt es hier.

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