5 Fragen an… (Teil I) Markus Elsen: „Wer stets die Bedürfnisse und Interessen seiner Zielgruppen im Fokus hat, kann so viel nicht falsch machen.“

1) Pure Notwendigkeit angesichts heutiger Kundenbedürfnisse, eine Chance oder einfach „nur“ ein aktueller Hype? – Welche Bedeutung hat Customized Content für Ihr Business?
Es ist der Kern unseres Business. Standardangebote sind in der Kommunikation kaum geeignet, um individuelle Ziele zu erreichen – vor allem keine anspruchsvollen.. Die Zeit des „one fits all“ ist vorbei. Angesichts des medialen Overkills, der durch Social Media noch einmal an Schub gewonnen hat, sinkt die Aufmerksamkeitsschwelle für Push-Medien weiter und weiter. Wer heute seine Communities nicht entsprechend Ihrer individuellen Bedürfnisse informiert, kommuniziert ineffizient. Klassische Magazine oder die traditionelle Zeitung verlieren somit weiter an Reichweite.

 

2) Wann macht es Sinn, individualisierte Produkte anzubieten und wie haben Sie den Bedarf Ihrer Kunden erkannt?

Die Antwort ist ganz einfach: Es macht immer Sinn, wenn Sie Ihren Umsatz und das Ergebnis damit steigern können. Und je besser Sie die Bedürfnisse und Interessenlagen ihrer Kunden kennen, desto erfolgreicher werden die individualisierten Produkte sein. Im Print zeigt die Entwicklung der verkauften Auflage, aber natürlich auch Leserbefragungen  und – in Maßen – die Dialogbereitschaft ihrer Kunden, wie gut sie ihr Ziel erreichen. In der digitalen Kommunikation liefert die Erfolgskontrolle durch ein genaues Tracking harte Zahlen, die deutlicher nicht sein können.

 

3) Welche Herausforderungen stellen Entwicklung, Umsetzung und Vermarktung individueller Verlagsmedien an den Verlagsworkflow und wie muss die Verlagsstruktur angepasst werden?

Auf diese Frage gibt es keine klare Antwort. Zu unterschiedlich sind die Strukturen in den Verlagen und auch die Workflows unterscheiden sich oft erheblich. Wichtig ist in diesem Kontext auch, ob wir uns im klassischen Printbusiness bewegen oder es bereits ein professionelles Digital-Business gibt. Entscheidend ist in jedem Fall die Bereitschaft zu echter Kundenorientierung. Und selbstverständlich muss die Verlagsleitung die Bereitschaft haben, das eigene Tun, die eigene Denk- und Arbeitsweise stets aufs Neue zu hinterfragen und gegebenenfalls zu korrigieren. Meist ist es unabdingbar hierfür externe Expertise einzukaufen. Ferner gilt: Die Entwicklung individueller Verlagsmedien erfordert eine hohe Flexibilität in den Köpfen – des Managements und der Mitarbeiter.

 

4) Welche Rolle spielen Customized Contentangebote heute bereits in Ihrem Portfolio? Wie ist der Umsatzanteil heute und wohin wird er sich entwickeln?

Da wir uns als Businesspartner für Kommunikation verstehen, ist natürlich unser gesamtes Business „customized“. Unsere Kunden unterscheiden sich im Kern nicht von denen der Verlage: Ob Leser oder Unternehmen, wer stets die Bedürfnisse und Interessen seiner Zielgruppen im Fokus hat, kann so viel nicht falsch machen. Allerdings ist das Bauchgefühl meist ein schlechter Berater. Da sind valide, belastbare Fakten gefordert.

 

5) Was sind bisher Ihre wichtigsten Learnings in Sachen Customized Publishing?

Im Vorfeld die Erwartungen des Markts so genau wir möglich analysieren und nie damit aufhören. Persönliche Eitelkeiten komplett ausblenden und jedes Produkt auf Basis des kontinuierlichen Erfolgskontrolle stetig weiterentwickeln. Es gibt kein reifes Business.

 

Die Fragen stellte Jacqueline Hoffmann

 

Markus Elsen ist Referent auf der Konferenz Verlag 3.0 – Customized Content: Mit personalisierten Medien und Services in die Zukunft.

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